Vorzeigeschule am Nord-Ostsee-Kanal

Seit 239 Jahren wird hier unterrichtet. Und wer jetzt an Schiefertafeln, Kreide und erhobene Lehrerfinger denkt, wird erstaunt sein, was die Wirklichkeit zeigt: Die Lehrerin führt wie eine Showmasterin per Fingerdruck über die moderne Anzeigetafel. Nach der Einführung übernimmt ein Schüler die Regie.

„Es ist die große Aufgabe der Lehrer*innen, sich immer wieder fortzubilden, um so spannenden, zeitgemäßen Unterricht zu entwickeln und dabei die Schüler*innen einzubeziehen“, sagt Ines Strehlau, schulpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion. „Was das Kollegium in Brunsbüttel leistet, ist wirklich klasse. Gleichzeitig herrscht eine große Ruhe in der Schule.“ Diese Gelassenheit zeige, dass die meisten sehr zufrieden sind mit dem, was sie lehren beziehungsweise lernen.

Außer mit modernen Unterrichtsmitteln kann die Grundschule dank zahlreicher Auszeichnungen brillieren: Sie ist Vorzeigeschule für die Förderung der Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, kurz MINT. Sie ist Zukunftsschule, weil sich beispielsweise eine Schüler*innengruppe mit der Entwicklung unserer Küste beschäftigt. Sie lebt das Modell „Aktive Pause“. Das heißt Kinder werden auf Wunsch auch in den Pausen zum Spielen angeleitet.

Schulleiter Uwe Niekiel ist außerdem stolz auf das von ihm, seiner damaligen Stellvertreterin Sabine Timmermann und Ganztags-Koordinatorin Evelyn Pahl 2013 initiierte Schülerparlament. Dort wurden beispielsweise die Geräte für den neuen Spielplatz auf dem Schulhof bestimmt. Und auch Ines Strehlau durfte erleben, wie sich die Vertreter*innen der Klassen für die größeren statt wie von der Schulleitung favorisiert, die kleineren Tore auf dem Fußballfeld entschieden.

Wie der Schulleiter ist auch Ines Strehlau eine Verfechterin der Ganztagsschule. In Brunsbüttel läuft dieses Angebot noch auf freiwilliger Basis. Immerhin jede dritte Familie entscheidet sich für das Modell. Sogar ein eigener Koch konnte mittlerweile für die Mittagsversorgung eingestellt werden. Uwe Niekiel legt dabei großen Wert darauf, dass die Kinder nachmittags nicht nur betreut werden, sondern sich auch bilden können. Zum Beispiel öffnen die Forscher, Holz- und Lesewerkstatt. Aber auch die Kunst des Schönschreibens steht auf dem vierteljährlich wechselndem Programm.

Um auch in Zeiten des Lehrermangels immer mit ausgebildeten Lehrkräften ganz nah am Kind zu sein, hat Uwe Niekiel mit seinem Kollegium ein besonderes Konzept entwickelt: Es gibt große Klassen mit bis zu 30 Kindern, die aber immer von einer ausgebildeten Lehrkraft und mindestens einem Nicht-Lehrer begleitet werden. Ines Strehlau: „An der Boy-Lornsen-Schule habe ich viele spannende Konzepte erlebt, die ich gern bei meinen Besuchen in den Schulen des Landes weitertrage.“

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